Untersuchung von Brandgasen

Zur Bestimmung der Zusammensetzung von Brandgasen, welche bei Gummibränden freigesetzt werden, ist eine ausgefeilte Methodik entwickelt worden.

Kern des Verfahrens ist die Brandsimulation unter Verwendung der genormten VCI-Apparatur (Verband der chemischen Industrie). Wichtige Brandparameter wie Temperatur (bis 1200 °C) und Luftzufuhr lassen sich präzise einstellen. Durch das Verhältnis von Brandlast (25 mg) zur Luftzufuhr werden gezielt Schwelbrände sowie Brände mit oxidierenden Bedingungen simuliert. Die Geometrie der Apparatur gewährleistet einen optimalen Abbrand und eine gute Reproduzierbarkeit.

Leichtflüchtige Komponenten (z.B. CO, CO2, HCN etc.) und mittel- bis schwerflüchtige Bestandteile (ungesättigte und aromatische Kohlenwasserstoffe, Aldehyde, Ketone etc.), werden mit dem in die Apparatur eingespeisten Luftstrom ausgetrieben und selektiv auf Festphasen adsorbiert bzw. direkt in Gasbeuteln gesammelt.

Die Analyse erfolgt mittels Kopplung von Gaschromatographie und Massenspektroskopie sowie anderer gaschromatographischer Verfahren.

VCI-Brandsimulationsapparatur

1 synthetische Luftzufuhr mit Feindruckminderer, 2 Feinreduzierventil, 3 Strömungsdurchflußmesser, 4 VCI-Brandofen mit digitaler Temperatursteuerung, 5 Probenzufuhrschleuse, 6 doppelwandiges Brandrohr mit seitlichem Probenausgang, 7 XAD-2-Adsorberröhrchen, 8 Kühlung, 9 Aktivkohle-Röhrchen Dräger Typ G, 10 PlastigasTM-Beutel

Die Methode leistet eine umfassende Identifizierung und Quantifizierung von Einzelkomponenten in Brandgasen in Abhängigkeit von Brandlast, Temperatur und Ventilation. Bei vorheriger Kenntnis der Brandlastzusammensetzung (z. B. Rezeptur der Elastomerprobe) ist eine weitgehende Zuordnung entstandener Stoffe zu Bestandteilen der Brandlast möglich, so daß die Grundlagen für eine Vorhersage und für die Abschätzung eines Gefahrenpotentials erzielt werden.

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Ulrich Giese
Tel. 0511 84201-10