Prüfstelle Polymerwerkstoffe / Nitrosamine

Die Prüfstelle „Polymere Werkstoffe/Nitrosamine“ (PW/NA) der Abteilung Elastomerchemie befasst sich mit organischer Spurenanalyse in Gummiartikeln und Bedarfsgegenständen auf Basis polymerer Werkstoffe. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Leachables/Extractables-Analytik. Viele polymere Materialien und Kunststoffe geben in Kontakt mit flüssigen Medien wie z.B. Trinkwasser, geringe Mengen an Additiven ab, die den polymeren Werkstoffen zur Erzielung bestimmter chemischer oder physikalischer Eigenschaften in geringen Mengen beigefügt werden. Derartige Zusatzstoffe sind beispielsweise Weichmacher, Verarbeitungshilfsmittel und Alterungsschutzmittel. Abhängig von der Art des polymeren Materials und dem damit in Kontakt stehenden Medium findet eine Migration der Additive in das Medium statt. Typische migrierende Additive aus der Gruppe der Weichmacher stellen Phthalate dar, während Fettsäuren bei den Verarbeitungshilfsmitteln und substituierte Phenole bei den Alterungsschutzmitteln als Leachables oder Extractables zu finden sind. Mit Hilfe der Hochleistungsflüssigchromatographie können Leachables/Extractables mit mittleren bis höheren Molmassen bis in den unteren ppm-Bereich qualitativ und quantitativ analysiert werden. Durch die Kopplung der HPLC mit der Massenspektrometrie wird zusätzlich eine direkte Substanzidentifizierung möglich. Eine routinemäßig angewendete Technik zur Identifizierung der von Leachables/Extractables im unteren Molmassenbereich stellt die Gaschromatographie-Massenspektrometrie dar. Da Kunststoffgefäße, -verpackungen oder -filter in der pharmazeutischen und Lebensmittelindustrie aufgrund ihrer herausragenden praktischen und chemischen Eigenschaften eine wachsende Bedeutung erlangen und gleichzeitig besonders hohe Anforderungen an ihre Reinheit und Verträglichkeit gestellt werden, ist die Leachables/Extractables-Analyse ein wichtiges Instrument zur Qualitätskontrolle.

Ein weiterer Fokus in der Prüfstelle PW/NA liegt auf der Prüfung von Materialproben wie z.B. Bedarfsgegenständen, Vulkanisaten, Mischungen oder Baustoffen sowie Luftproben auf Kontamination mit Nitrosaminen. Diese bilden sich bei der Fertigung von Gummiartikeln hauptsächlich während der Vulkanisation durch die Reaktion von sekundären Aminen, die durch den Zerfall einiger Vulkanisationsbeschleuniger freigesetzt werden, mit nitrosierenden Agentien. Diese Agentien können in der Kautschukmischung selbst enthalten sein oder aus der Atmosphäre eingetragen werden. Ein Anteil der gebildeten Nitrosamine kann während der Vulkanisation oder der anschließenden Lagerung der Fertigprodukte in die Arbeitsplatzatmosphäre gelangen und auf diese Weise eine Kontamination der umgebenden Luft und ggf. auch der Gebäudesubstanz verursachen. Hierzu kann auch die Nitrosierung von aus Vulkanisaten emittierten Aminen mit ubiquitären Stickoxiden beitragen.

Etwa 90% der Nitrosamine sind gemäß Gefahrstoffverordnung und TRGS 552 als kanzerogen eingestuft, so dass eine Überwachung sowie Vermeidung und Verringerung der Exposition von Beschäftigten in betroffenen Arbeitsbereichen und Verbrauchern erforderlich und nach geltenden Richtlinien vorgeschrieben ist.

In der Prüfstelle „Polymere Werkstoffe/Nitrosamine“ (PW/NA) werden akkreditierte Prüfungen von polymeren Werkstoffen auf migrierbare und extrahierbare Bestandteile (Leachables/Extractables) sowie von Materialproben und Luftproben auf Kontamination mit Nitrosaminen untersucht.

Folgende akkreditierte Prüfungen bieten wir an:

Prüfungen an polymeren Werkstoffen aus dem Pharma- und Lebensmittelbereich:

  • Extraktion/Migration in verschiedenen Medien
  • Probenaufarbeitung durch Flüssig-Flüssig-Extraktion und Festphasenanreicherung
  • HPLC-UV-Übersichtsanalyse der Extrakte
  • Qualitative GC-MS-Analyse mit Identifizierung der Extraktbestandteile
  • Peakidentifizierung und Semiquantifizierung mittels HPLC-UV-Analyse
  • Semiquantifizierung anhand von internen Standards mittels GC-MS-Analyse
  • Bestimmung des nicht verdampfbaren Rückstands
  • FT-IR-Analyse der Extraktrückstände

Gefahrstoff-Prüfungen an Elastomeren und Materialproben:

  • Extraktion mit Methanol und anschließende GC-TEA-Analyse der Extrakte auf leicht- und schwerflüchtige N-Nitrosamine
  • Bestimmung von N-Nitrosaminen und nitrosierbaren Stoffen nach Migration in Speicheltestlösung gemäß DIN EN 12868

Prüfungen an Luftproben:

  • GC-TEA-Analyse von Thermosorb-Röhrchen auf leichtflüchtige N-Nitrosamine gemäß BGI 505-23, Ausgabe 09/1992, Verfahren 4

Weitere Informationen

Informationen und Preise zur Nitrosaminanalytik finden Sie hier.

Informationen zum DIK Qualitätsmanagement und der Akkreditierung finden Sie hier.

Prüfleiterin

Dr. Ina Schaumann

Telefon: +49 511 84201-30

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Stellvertreter (Bereich Polymerwerkstoffe)

Dr. Volker Dehnke

Telefon: +49 511 84201-43

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Stellvertreter (Bereich Nitrosamine)

Prof. Dr. Ulrich Giese, DIK

Prof. Dr. Ulrich Giese

Telefon: +49 511 84201-10

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